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Fischotter

Ausrottung des Fischotters in der Schweiz

Staatliche Bejagung

Im Jahre 1888 setzten sich verschiedene Politiker aus volkswirtschaftlichen Gründen für eine Änderung des Fischereigesetzes ein. Um die Fischereierträge zu heben wurde im Artikel 22 beschlossen dass „fischereischädliche Tiere“ in der Schweiz ausgerottet werden sollen. In der Folge wurden hohe Prämien für das Erlegen von Fischottern ausgesetzt. Es fanden Kurse über die Fischotterjagd statt, Schlagfallen wurden auf Staatskosten angeschafft und den Jägern abgegeben. Zudem kamen staatliche Fischotterjäger zum Einsatz. Um die Jahrhundertwende wurden rund 130 Fischotter pro Jahr erlegt.

  In der Folge wurden hohe Prämien für das Erlegen von Fischottern ausgesetzt. Es fanden Kurse über die Fischotterjagd statt, Schlagfallen wurden auf Staatskosten angeschafft und den Jägern abgegeben. Zudem kamen staatliche Fischotterjäger zum Einsatz. Um die Jahrhundertwende wurden rund 130 Fischotter pro Jahr erlegt.

Rückgang trotz Schutz

 Schon ab 1913 ging die Jagd auf den Fischotter massiv zurück und die jährlichen Strecken betrugen kaum mehr als 10 Tiere. Nach langjährigen Bemühungen von Naturschützern wurde der Otter 1952 unter Schutz gestellt.

Zu diesem Zeitpunkt schätzte man den Bestand gesamtschweizerisch auf max. 150 Tiere.

Auch das Jagdverbot konnte den Rückgang des Fischotters nicht mehr stoppen. Am längsten haben sich die Fischotter im Neuenburger- und Bielerseegebiet, in Graubünden und im Tessin gehalten. Der letzte Nachweis eines wildlebenden Fischotters in der Schweiz wurde 1989 am Neuenburgersee erbracht.

Verbreitung Schweiz

Rückgang der Fischotterpopulation in der Schweiz seit 1990, aus Weber 1990.


Gründe für das Aussterben

Eine Studie des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft kam 1990 zum Schluss, dass die Belastung der Gewässer durch das Umweltgift PCB (Polychlorierte Biphenyle) mitverantwortlich für das Aussterben des Fischotters in der Schweiz sei.

Durch die Nahrungsfische aufgenommene PCBs verringerten den Fortpflanzungserfolg drastisch. Doch die Verschmutzung der Gewässer alleine kann nicht der einzige Grund gewesen sein.

Wahrscheinlich ist es, dass die Veränderungen des Lebensraumes ebenfalls eine Rolle beim Verschwinden des Otters gespielt haben. Durch die Trockenlegung von Gewässern und Feuchtgebieten ging für den Fischotter wichtiger Lebensraum verloren. Die Korrektion von Fliessgewässern und der Kraftwerkbau veränderten den Lebensraum nachhaltig und beeinflussten die Fischbestände negativ.

Alle diskutierten Ursachen des Aussterbens sind Vermutungen. Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass mehrere Faktoren zum Aussterben führten und dass die Zusammenhänge wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind.

Fischotter-Ausrottung