Habitatspezifische Kartierung

Kenntnis über Vorkommen und Bestand ist eine der wichtigsten Grundlagen für den Artenschutz und die Vorhersage von Nutzungskonflikten. Doch Fischotter leben verborgen. Die Anwesenheit des Wassermarders erfolgt daher meist durch indirekte Nachweise wie Losung oder Trittsiegel.

Meist werden die Kartierungen von Experten durchgeführt, doch erfolgen Begehungen auch von Freiwilligen und Spürhunden. Experten kennen sich mit den Eigenschaften der Art sehr gut aus und bringen neben der Erfahrung in der praktischen Fischottter-Losungssuche im Feld auch Kenntnisse zu der Ökologie der Art mit. In Projekten, in denen Freiwillige massgeblich bei Kartierungen mitwirken (Citizen Science), nehmen Personen mit unterschiedlichem Hintergrund teil. Das führt zu einer grossen Spannbreite von Felderfahrungen innerhalb eines solchen Projekts. Gemeinsam jedoch sind die Begeisterung und das Interesse für die Natur und den Fischotter. Spürhunde werden vielerorts sehr erfolgreich bei Naturschutz- und Management-Projekten eingesetzt und werden dadurch immer populärer. Auch bei Fischotternachweisen wird die «Spürhunde-Methode» seit kurzem angewandt. Es sprechen diverse Faktoren für oder gegen den Einsatz dieser drei verschiedenen «Kartier-Typen» (Experten, Freiwillige und Spürhunde). Grosse oder flächendeckende Kartierungen mit Experten oder Spürhunden sind zeit- und finanzintensiv. Mit einer grossen Anzahl Freiwilligen lassen sich hingegen grosse Flächen kartieren, jedoch wohl mit sehr unterschiedlicher Qualität.

Es ist anzunehmen, dass die Uferbeschaffenheit eines Gewässers einen grossen Einfluss auf die Auffinde-Wahrscheinlichkeit von Fischotterspuren hat und sich daher auf die Effizienz bei Kartierungen auswirkt. Bis jetzt ist jedoch weitgehend unbekannt, welche Lebensraumfaktoren die Auffinde-Wahrscheinlichkeit beeinträchtigen und wie diese Faktoren idealerweise in eine Kartierung integriert werden könnten. Auch fehlt bis heute ein direkter Vergleich zwischen Brücken- und Transektmethode. So ist bis jetzt nicht bekannt, ob die weniger aufwändige Brückenmethode die gleichen Resultate wie die offizielle Transektmethode erzielt.

Pro Lutra führt daher mit Artenspürhunde Schweiz derzeit ein Projekt durch, um die Grundlage für eine habitatsspezifische Fischotter-Kartierung zu schaffen, welche unterschiedliche Kartier-Typen einbezieht (Experten, Freiwillige und Spürhunde). Die Resultate aus dieser Studie sollen dazu benutzt werden, die jeweils beste Kartiermethode (Transekt/Brücke) sowie den jeweils besten «Kartier-Typ» (Experten, Freiwillige, Spürhunde) für ein Gebiet zu bestimmen und so die Effizienz einer Fischotter-Kartierung in Bezug auf Zeit und Kosten zu maximieren.