Lutra alpina

In den nördlichen Kalkalpen der Steiermark leben heute wieder Fischotter in einer Reihe von Flüssen. Diese Täler sind keinesfalls vom Menschen unberührt. Sie gelten vielmehr als typische Beispiele intensiver Kulturlandschaft mit Mehrfachnutzung: die Palette reicht von Industrie über alle Formen der Wassernutzung bis hin zu Wasserkraftwerken.

Mancherorts sind Siedlungen über viele Kilometer zusammengewachsen. Dennoch leben dort heute wieder Otter. Diese Beobachtungen aus Österreich sind für die Schweiz besonders wichtig, da die Wiederbesiedlung dieser Gebiete in den vergangenen 10 Jahren darauf hindeutet, dass Fischotter durchaus in derart intensiv genutzten subalpinen und alpinen Tälern leben können.

Wie die Fischotter in solchen Lebensräumen zu Recht kommen, welche Ansprüche sie an ihren Lebensraum und ihre Rückzugsorte haben und wie sie die unvermeidbaren Barrieren überwinden, wurde im Projekt Lutra alpina im Rahmen einer Dissertation an der Universität Zürich erforscht. Zwischen 2010 und 2013 wurden 9 Fischotter mit Telemetrie intensiv überwacht. So konnten wichtige Erkenntnisse zu ihren Jagdhabitaten und Tagesverstecken gewonnen werden.

Es gab bisher keine Studien, die sich mit dem Leben und Überleben der Fischotter in den Alpen beschäftigt haben, weshalb auch begründete Ableitungen zum Leben von Fischottern in Schweizer Gewässern schwer fallen. Die Resultate aus dem Forschungsprojekt bilden nun bei der Begleitung der Rückkehr der Fischotter in die Schweiz eine wichtige Basis.

 

Publikationen aus Lutra alpina

Weinberger I.C., Muff S., Kranz A. und Bontadina F. (2019): Riparian vegetation provides crucial shelter for resting otters in a human-dominated landscape. Mammalian Biology 98 (2019), 179-187. Deutsche Zusammenfassung 2016 Biological Conservation

Weinberger, I.C., Muff, S., de Jongh, A., Kranz, A., Bontadina, F. (2016): Flexible habitat selection paves the way for a recovery of otter populations in the European Alps. Biological Conservation 199 (2016) 88–95. Deutsche Zusammenfassung 2019 Mammalian Biology

Die Originalpublikationen können bei Pro Lutra bestellt werden.

 

Unterstützung

Das Projekt Lutra alpina wurde durch die finanzielle Unterstützung folgender Organisationen ermöglicht: Zürcher Tierschutz, Ernst Göhner Stiftung, Bernd Thies-Stiftung, Stotzer-Kästli-Stiftung, Vontobel-Stiftung, Conseil international de la Chasse CIC, Sektion Schweiz, Temperatio Stiftung, Theo Wucher-Stiftung, Parrotia-Stiftung, Claraz-Schenkung und weiteren Organisationen.